Perspektive Medienproduktion an der Bochumer Straße  

Vom Tonstudio bis zur Arte-Serie: Filmproduktion mitten im Quartier

Filme für Arte, Vertonungen für Spiegel TV, Veranstaltungstechnik für Klassikfestivals – und das alles von der Bochumer Straße aus. Was auf den ersten Blick überraschend klingt, ist für die Perspektive Medienproduktion seit Jahrzehnten Alltag. Wir haben mit dem Inhaber Klaus Ramma gesprochen, wie er nach Ückendorf kam, was ihn hier hält und was als nächstes ansteht. 

Juni 26, 2026

Perspektive-Medienproduktion-Inhaber Klaus Ramma im Studio an der Bochumer Straße in Gelsenkirchen-Ückendorf

Hallo, Klaus! Schön hast du es hier. Erstmal die Basics: Was macht die Perspektive Medienproduktion eigentlich genau? 

Klaus: Mehr als man vielleicht denkt. Das Herzstück ist ein professionelles Tonstudio, aber Musik steht da gar nicht so sehr im Vordergrund wie an bei dem Mischpult denken könnte. Der Großteil der Arbeit dreht sich um Filmvertonung und Sprachaufnahmen: deutsche Fassungen aus englischen Filmen machen, englische Fassungen aus deutschen. Zu den Kunden gehören unter anderem Spiegel TV und der amerikanische Sender Curiosity, der einen Sendeplatz auf der Magenta-Plattform hat. 

Dazu kommt die eigene Filmproduktion. Auch hier liegt der Fokus klar auf dem TV-Bereich, also echte Auftragsproduktionen für Fernsehsender, keine Social-Media-Clips. Aktuell läuft auf Arte eine vierteilige Dokumentarserie über die großen Filmpaläste Europas, die im letzten Jahr produziert wurde. Die Premiere fand mit 750 Zuschauer:innen im Saal der Lichtburg statt. 

Wie kam das Studio überhaupt nach Ückendorf? 

Klaus: Die Firma gibt es schon seit über 35 Jahren, lange vor dem Umzug nach Ückendorf. Früher war der Standort in Bochum-Wattenscheid, damals noch größer und mit mehreren Gesellschafter:innen. Als die in Rente gingen, hat sich das Studio verkleinert und neu aufgestellt. Es brauchte neue Räume, und dann passte es zusammen: Die SEG baute das Gebäude an der Bochumer Straße aus, 2018 war alles fertig und seitdem ist die Perspektive Medienproduktion dabei. 

Das Gebäude selbst hat übrigens eine Geschichte. Früher war dort eine Metzgerei. Wo heute Filmton entsteht, hingen einmal Schweinehälften an Eisenträgern. Die Architektur musste komplett neu gedacht werden und der Holzvorbau, der heute das Gebäude prägt, kam dem Tonstudio dabei sehr zugute: Wer Sprachaufnahmen macht, braucht Ruhe, und die funktioniert hier meistens gut! 

Wie läuft so eine Filmproduktion ab: Macht man das alleine? 

Film funktioniert nicht alleine, das ist klar. Organisiert wird die gesamte Produktion hier im Haus, inklusive Ton vor Ort – das ist meine Kernaufgabe. Kameraleute werden je nach Projekt dazugeholt. Ein soziales Projekt braucht andere Leute als eine Arte-Dokumentation, und für 52-Minuten-Formate fürs Fernsehen braucht man Menschen, die wissen, wie man einen dramaturgischen Bogen über eine ganze Stunde spannt. 

Die Arbeit ist also sehr projektabhängig. Und durch die zunehmende Digitalisierung hat sich einiges vereinfacht: Redaktionsmeetings mit Fernsehsendern laufen heute oft per Video-Call, Filme werden online geliefert statt auf Bändern verschickt. Nur für den ersten Pitch und die finale Abnahme geht es noch persönlich vorbei. 

Gibt es auch Verbindungen ins Quartier selbst? 

Ja, und die werden mehr. Mit dem Team vom Co-Working-Space nebenan läuft gerade ein gemeinsames Projekt für die Extraschicht: Equipment wird gestellt, und es ist eine Vor-Veranstaltung in der Halle im Rohbauzustand geplant. Außerdem wird für eine Kirchenveranstaltung Technik für eine Deckenprojektion bereitgestellt. 

Darüber hinaus gibt es regelmäßige Veranstaltungstechnik-Aufträge, etwa beim Niederrhein Musikfestival, einem Klassikfestival, oder dem JOE Festival, dem Essener Jazzfestival. Beides läuft jedes Jahr.  

Was steht als nächstes an? 

Einiges. Ein Kurzfilmprojekt für das Deutsche Rote Kreuz ist in der Drehbuchphase. Das wird mit Schauspieler:innen umgesetzt in einem kleinem Werbefilm-Format. Dann kommt die Festivalsaison mit dem gerade erwähnten Niederrhein Musikfestival. Und es gibt eine neue Fernsehserie in Planung, die aber noch so früh in der Entwicklung ist, dass mehr dazu noch nicht gesagt werden kann. 

Dein Fazit nach acht Jahren: War Ückendorf die richtige Entscheidung? 

Definitiv. Die Größe stimmt, die Lage ist praktisch, und das Quartier hat sich in den Jahren merklich entwickelt. Gastronomie, Veranstaltungen, neue Akteure… Man merkt, dass das Viertel lebt. Dass Baustellen manchmal stören – gerade wenn draußen ein Presslufthammer läuft und drinnen Sprachaufnahmen gemacht werden – ist hier der einzige Störfaktor. Aber irgendwann muss man es ja machen. 

Am Ende ist der Raum für mich perfekt: Ich habe Glasfaser bis in den Raum, eine ruhige Arbeitsatmosphäre und kurze Wege.  

 

Wir als SEG freuen uns, mit der Perspektive Medienproduktion so einen interessanten Verknüpfungspunkt zur internationalen Medienwelt direkt bei uns im Quartier zu haben.

Alle Informationen rund um die Arbeiten der Perspektive Medienproduktion findet ihr auf der Website

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