Skatehalle im Memo-Markt (ehem. Kauver) 

Skaten als Community

Wir haben mit einem der Hauptorganisatoren über Rampen, Gemeinschaft und die Frage, warum Ückendorf dafür genau der richtige Ort ist, geredet. 

Juni 8, 2026

Hi! Schön habt ihr’s hier. Wie kam es überhaupt dazu, dass ihr hier in der Halle gelandet seid? 

Das hat sich so ein bisschen ergeben. Wir hatten eine größere Gruppe, die zusammen skaten wollte, aber dafür nicht immer bei Regen nach Dortmund oder in die Niederlande zu den nächstgelegenen Skatehallen fahren wollte.  

Dann haben wir das Gebäude bei Kommse Ücken 2024 kennengelernt und bei der SEG nachgefragt, ob wir das nicht als Skatehalle umfunktionieren könnten. Wir haben dann eine Nutzungsvereinbarung gemacht und Anfang 2025 sind wir hier eingezogen. Das ging recht schnell und unkompliziert. Und seitdem ist hier irgendwie immer was los. 

Was habt ihr aus der Halle gemacht, seit ihr drin seid? 

Fast alles, was ihr hier seht, ist selbstgemacht. Die Rampen, die Aufbauten, die Gestaltung – das haben wir alles selbst hingebaut. Fabio zum Beispiel ist handwerklich wirklich begabt und hat dabei eine Menge geleitet. Auch Leute mit zwei linken Händen können da mithelfen.  

Das Ergebnis kann sich echt sehen lassen! Wenn man Bilder vom Anfang vergleicht, ist das ein himmelweiter Unterschied. Und das nächste Projekt steht auch schon fest: Wir wollen eine neue Mini-Rampe bauen, die alte hat inzwischen ganz schön gelitten. 

Wer darf denn bei euch skaten und wann geht das? 

Im Grunde alle! Wenn jemand da ist, kann man anklopfen und man wird reingelassen. Es gibt eine WhatsApp-Gruppe, über die wir uns absprechen. Einer schreibt „wir sind nachmittags da“ und dann kommen Leute vorbei. Manchmal auch aus Bochum, Essen oder Dortmund. Der Boden hier ist übrigens wirklich besonders gut zum Skaten. Das schätzen auch die Leute von außerhalb. 

Skateboarding gilt manchmal als sehr szeneorientiert. Ist die Halle hier wirklich offen für alle? 

Natürlich geht es uns in erster Linie um Skateboarding. Wir sind alle irgendwo Teil dieser Szene und die hatte auch für uns ihre Einstiegshürden, was aber hauptsächlich damit zu tun hat, dass Skateboarding verdammt schwer ist. Es schüchtert ziemlich ein, wenn man gerade erst lernt, richtig auf dem Brett zu stehen, während andere schon durch die Halle fliegen, weil sie schon Jahre oder Jahrzehnte geübt haben. Diese Hürde liegt aber in der Natur der Sache und wird nicht von uns aufgestellt. Alle, die Skaten wollen, sind herzlich willkommen – solange sie offen sind und niemanden wegen Herkunft oder Geschlecht verachten. Sei einfach ein korrekter Mensch, hab ein Skateboard und komm vorbei. Vorkenntnisse braucht man nicht, nur Bock! 

Habt ihr schon bei Events an der Bochumer Straße mitgemacht? 

Wir waren schon bei einigen Kommse Ücken-Veranstaltungen mit dabei. Dann gab’s hier offene Sessions, Musik und einmal sogar eine Fotoausstellung in der Halle. Zu Weihnachten waren wir im Grinch- und Elfenkostüm unterwegs, haben alles dekoriert und die Leute konnten einfach zuschauen oder mitmachen. Das war richtig cool.  

Was wünscht ihr euch für die Zukunft der Halle? 

Wir wollen einfach, dass hier Leben ist. Dass Leute, die in Ückendorf aufwachsen, merken: Das hier kann auch mein Space sein. Gerade für ein Quartier wie dieses ist das wichtig. Wir hatten schon mal ein paar Kinder beim Stadtteilfest, denen wir ein bisschen was gezeigt haben und das war super. Wenn man sieht, wie die auf die Rampen reagieren, weiß man, dass da auch was bewegt.  

Das ist am Ende das, worum es beim Skateboarden wirklich geht: Gemeinschaft & Spaß an der Sache und nicht darum, wer du bist oder wie du aussiehst. 

Du willst selbst mal vorbeischauen oder mitmachen? 

Schreib der Crew einfach über Instagram: @memomarkt. Dort findet ihr auch aktuelle Infos zu Sessions und Aktionen. 

Hast du eine Idee für eine Zwischennutzung an der Bochumer Straße? Dann melde dich gerne bei uns unter vermietung@seg-gelsenkirchen.de 

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