Abriss Gelsenkirchen-Horst Devensstraße 112: Bergschäden beenden Wohnnutzung
In Gelsenkirchen-Horst geht eine lange Leidensgeschichte zu Ende. Das Wohnhaus an der Devensstraße 112 wird bis September 2025 vollständig abgerissen. Bergschäden und jahrelanger Leerstand haben das Gebäude unbewohnbar gemacht. Die freiwerdende Fläche soll künftig gemeinnützigen Zwecken zu Gut kommen.
August 21, 2025
Devensstraße 112, Gelsenkirchen: Eine Familiengeschichte geht zu Ende
Hinter der unscheinbaren Hausnummer verbirgt sich eine bewegende Familiengeschichte. Die ehemalige Eigentümerin erbte das Wohnhaus von ihrem Vater und sah sich schließlich gezwungen, es an die Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) zu veräußern. Über die Jahre war das Haus nach und nach leer gefallen – die Bewohner:innen zogen aus, ließen ihre Möbel zurück, und die Familie konnte sich nicht mehr angemessen um die Immobilie kümmern.
Die ehemalige Eigentümerin erlebte mit, wie ihr Familienbesitz allmählich verfiel. Der Zustand des Gebäudes verschlechterte sich kontinuierlich, bis eine Bewohnbarkeit nicht mehr gegeben war.
Der letzte Bewohner der Devensstraße 112
Bis Ende 2024 lebte mit noch ein einziger Mieter in dem maroden Gebäude. Der über 80-jährige Senior harrte unter schwierigsten Bedingungen aus: Er hatte kein eigenes Badezimmer zur Verfügung, die einzige Toilette befand sich im Treppenhaus in einem kleinen Zwischenraum. Diese Wohnsituation war für einen Menschen in seinem Alter völlig unzumutbar.
Die prekären Wohnverhältnisse machten deutlich, wie dringend eine Lösung gefunden werden musste. Der Mieter lebte praktisch ohne die grundlegendsten sanitären Einrichtungen und war auf sich allein gestellt. Seine Situation symbolisierte den desolaten Zustand des gesamten Gebäudes.
ZPW Gelsenkirchen: Hilfe für den letzten Bewohner
Die Stadtentwicklungsgesellschaft erkannte die Notlage des betagten Mieters und handelte sozial verantwortlich. Durch das Engagement der städtischen Beratungsstelle PFAD konnte der Anwohner noch rechtzeitig in eine altersgerechte Wohnung unweit seines bisherigen Zuhauses umziehen. Diese neue Unterkunft bietet ihm die sanitären Einrichtungen und den Wohnkomfort, der für ein würdiges Leben im Alter unerlässlich ist.
Der Umzug erfolgte behutsam und unter Berücksichtigung der besonderen Bedürfnisse des Seniors. Die Beteiligten stellte sicher, dass der Ortswechsel für den über 80-Jährigen so schonend wie möglich verlief und er in seiner gewohnten Nachbarschaft bleiben konnte.
Bergschäden Gelsenkirchen-Horst: Wenn der Boden nachgibt
Wie viele Gebäude im Ruhrgebiet litt auch das Haus an der Devensstraße 112 unter den Folgen des jahrzehntelangen Bergbaus. Bergschäden hatten die Bausubstanz so stark beeinträchtigt, dass eine wirtschaftliche Sanierung nicht mehr möglich war. Diese bergbaubedingten Setzungen und Risse sind ein weit verbreitetes Problem in Gelsenkirchen und anderen Städten der Region.
Die Kombination aus Bergschäden, jahrelangem Leerstand und mangelnder Instandhaltung führte zu einem Sanierungsstau, der nicht mehr aufzuholen war. Eine Renovierung hätte Investitionen erfordert, die in keinem Verhältnis zum möglichen Nutzen gestanden hätten.
Abriss Devensstraße: Finale Arbeiten bis September 2025
Angesichts der hoffnungslosen Situation haben die Verantwortlichen entschieden, das Gebäude vollständig abzureißen. Die finalen Abbrucharbeiten sollen bis September 2025 abgeschlossen sein. Dieser Schritt beendet nicht nur eine lange Leidensgeschichte, sondern schafft auch Platz für eine sinnvolle Nachnutzung.
Der Abriss erfolgt unter Berücksichtigung aller Umwelt- und Sicherheitsbestimmungen. Dabei müssen auch die zurückgelassenen Möbel und sonstigen Gegenstände fachgerecht entsorgt werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt möglichen Schadstoffen, die in älteren Gebäuden häufig anzutreffen sind.
Quartiersentwicklung Horst: Raum für Neues
Die durch den Abriss freiwerdende Grundstücksfläche wird eine zukunftsweisende Nachnutzung erhalten. Dafür setzen sich die Stadt Gelsenkirchen und die ZPW als bilaterale Partner ein. Schon bald können wir euch mehr über die nächsten Pläne der Fläche mitteilen.

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