Das Projekt Buerscher Waldbogen: Vom Ackerland zur 1a-Lage
Die SEG Gelsenkirchen wurde gegründet, um genau solche Projekte möglich zu machen: Flächen entwickeln, Erlöse reinvestieren, Stadtteile stärken. Der Buerscher Waldbogen war dabei ein zentraler Baustein.
November 4, 2026
Von der Kinderklinik zur Freifläche
Seit 1958 stand auf dem Gelände an der Westerholter Straße in Gelsenkirchen-Buer eine Kinderklinik, jahrzehntelang ein wichtiger Ort für die Stadt. Als der Klinikbetrieb 2007 neben das Knappschaftskrankenhaus (ehemals Bergmannsheil) umzog, blieb das rund 22 Hektar große Areal zurück: leer, ungenutzt, mit Potenzial. Die Stadt Gelsenkirchen stand vor der Frage, wie sie in einem finanziell schwierigen Umfeld handlungsfähig bleiben kann. Die SEG wurde kurz darauf gegründet und war ein Teil der Antwort.
2012 beschloss der Rat den Beubauungsplan, ab dem 16. Juli 2016 startete die Vermarktung. “Das ist nach Verwaltungsmaßstäben keine schlechte Zeit”, sagt die ehemalige SEG-Geschäftsführerin Helga Sander der WAZ.
Unser Auftrag: Das Gelände baureif machen
Als SEG haben wir die gesamte Erschließung des Geländes umgesetzt. Dafür haben wir den Rückbau der alten Klinikgebäude geplant, Erschließungsstraßen angelegt sowie Grünflächen geplant und umgesetzt.
NRW.URBAN wurde mit dem Verkauf der Grundstücke, der Betreuung des Gestaltungsbeirats und der Beratung der Bauherren beauftragt. Die ggw war der dritte Partner für dieses Großprojekt.
Hohe Ansprüche an Energie und Gestaltung
Entstanden sind im Projekt insgesamt 240 Wohneinheiten – von großzügigen freistehenden Eigenheimen über Doppel- und Reihenhäuser bis hin zu Geschosswohnungen. Die Lage tut ihr Übriges: Die Siedlung ist eingebettet zwischen Stadtwald, dem historischen Westerholt mit seinem Wasserschloss und direktem Zugang zu Rad- und Wanderwegen. Zusätzlich gibt es einen großen Waldspielplatz und weitläufige Grünflächen.
An die Wohngebäude wurden besondere Anforderungen gestellt: Jedes Haus musste die erste Förderstufe der KfW erreichen, zusätzlich ist auf jedem Dach eine Photovoltaikanlage Pflicht. Als Ergebnis entstand so eine nahezu klimaneutrale Siedlung in Bezug auf den Wärmeverbrauch.
Zusätzlich gab es einen Gestaltungsbeirat und eine Gestaltungssatzung, die Farben, Dachformen und sogar die Höhe der Hecken festlegt. Nach drei Jahren wurde sie angepasst, seitdem sind auch Satteldächer erlaubt.
Ein kleines Dorf mit großer Wirkung
Heute leben rund 800 Menschen im Buerschen Waldbogen. “Das entspricht einem kleinen, eigenen Dorf”, sagt Helga Sander. Rund 35% von ihnen sind von außerhalb zugezogen. Ein echter Gewinn für Gelsenkirchen. Das Quartier gilt inzwischen als eine der gefragtesten Lagen der Stadt.
Zehn Jahre nach dem Vermarktungsstart ist das Projekt abgeschlossen. “Ich war von Beginn an überzeugt, dass es ein Erfolg wird”, sagt Sander.
Was im Norden entsteht, unterstützt den Süden
Ein beachtlicher Anteil der Erlöse aus der Vermarktung floss dabei in die Quartierssanierung an der Bochumer Straße in Ückendorf, die auch wir von der SEG gemeinsam mit den verschiedenen Fachbereichen und Kolleg*innen der Stadt Gelsenkirchen umsetzen. Was wir im Norden entwickeln, finanziert also direkt den Aufbau im Süden. Dort werden denkmalgeschützte Fassaden erhalten, Häuser saniert und neues Leben ins Quartier gebracht, wie etwa diverse Gastronomien, soziale Einrichtungen und Studentenwohnungen. Auch kulturell gibt es mit Cafés, Kunstschaffenden und Veranstaltungen viel zu erleben.
Zwei Stadtteile, ein Prinzip: Entwicklung trägt Entwicklung.
„Der Buerscher Waldbogen war für uns ein echtes Pilotprojekt“, sagt SEG-Geschäftsführer Tobias Clermont. Deshalb wollen wir auch in anderen Stadtteilen Flächen entwickeln und Neubauprojekte anstoßen, langfristig vielleicht sogar in einem eigenen Geschäftsbereich. Das Prinzip bleibt dasselbe: Was wir mit der Flächenentwicklung erwirtschaften, fließt auch in andere Bereiche der SEG. Damit sichern wir auch künftig Maßnahmen an der Bochumer Straße und anderen Quartieren.

ExtraSchicht in Ückendorf: Premiere bei Hitze und Höchststimmung
Die ExtraSchicht war zum ersten Mal bei uns in Gelsenkirchen-Ückendorf zu Gast. Die Premiere war ein voller Erfolg und brachte viele bekannte und neue Gesichter in unser Quartier!

Helga Sander geht in den wohlverdienten Ruhestand
Mitte Juli hat Helga Sander die SEG nach mehr als einem Jahrzehnt verlassen. Wer die SEG kennt, kennt Helga Sander. Denn ohne sie wäre vieles von dem, was heute in Ückendorf und Buer sichtbar ist, schlicht nicht da.