Carola Gruber: Unsere erste Writer in Residence in Gelsenkirchen
Seit fünf Jahren unterstützen wir die Stadt Gelsenkirchen (Referat Kultur) mit einer wunderschönen und mietfreien Wohnung beim Stipendium „writer in residence“, das von der Gelsenwasser-Stiftung finanziert wird. Die Idee dahinter: Eine Autorin oder ein Autor zieht für eine Zeit lang bei uns ein, taucht ins Quartier und in die Stadt ein und bringt einen literarischen Blick auf Gelsenkirchen mit, den wir selbst so vielleicht nie hätten. Den Anfang machte 2021 Carola Gruber aus München.
September 2, 2026
Von München an die Bochumer Straße
Über 20 Bewerbungen gingen 2021 für das Stipendium ein, am Ende setzte sich die damals 37-jährige Carola Gruber durch. Kein Zufall, wie ein Blick auf ihren Werdegang zeigt: Sie hat in Berlin, Hildesheim und Montreal Kreatives Schreiben, Kulturjournalismus sowie Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft studiert und über Kürzestprosa von Thomas Bernhard, Ror Wolf und Helmut Heißenbüttel promoviert. Neben ihrer literarischen Arbeit unterrichtet sie Kreatives Schreiben und arbeitet als Journalistin, unter anderem für die FAZ, die SZ und den Focus.
Preise und Stipendien hat sie einige gesammelt, etwa das Literaturstipendium des Freistaats Bayern oder den Würth-Literaturpreis. Residenzen sind für sie kein Neuland: Vor Gelsenkirchen war sie bereits in Ranis, Schwaz, Regensburg und Rottweil unterwegs, nach uns kam übrigens noch Gotha dazu.
Wer möchte, findet ihre Einrücke aus Gelsenkirchen bis heute in ihrem Blog nachzulesen und in einem Text mit dem schönen Titel „Die volle Ladung aus Schalke„.
Drei Monate mittendrin statt nur zu Besuch
Damit sie sich schnell heimisch fühlt, haben wir Carola Gruber gleich zu Anfang von unserer Wohnung abgeholt und sie mit auf einen Rundgang durch die Bochumer Straße genommen – schließlich sollte sie den Ort, über den sie schreibt, auch wirklich kennenlernen. Auch bei der Auswahl waren wir mit dabei: Unsere Geschäftsführerin Helga Sander saß in der Jury, die am Ende Carola Gruber unter den über 20 Bewerbungen auswählte.
Anfang Juli stellte sie sich mit einer ersten Lesung im stadt.bau.raum mit Texten aus ihrem Prosaband „Alles an seinem Platz“, Auszügen aus ihrem damals noch unveröffentlichten Roman „Alles über Zebras“ und zwei Kurzgeschichten, der Stadt vor. Die Moderation übernahm Andrea Rohmert (Referat Kultur). Weitere Lesungen folgten, etwa bei der Transurban Residency und beim Literaturfestival im Metropolengarten.
Besonders wichtig war uns dabei immer der Austausch mit den Menschen vor Ort. Im August führte Carola Gruber deshalb zwei Schreibwerkstätten, die vom Referat Kultur organisiert werden. Die Teilnehmer*innen lasen am Ende gemeinsam mit ihr bei der Abschlusslesung im Hier Ist Nicht Da. Ein würdiger Rahmen für den Abschluss eines intensiven Jahres!
Der Auftakt der Writer in Residence in Gelsenkirchen
Carola Gruber hat den Anfang gemacht für ein Stipendium, das seitdem Jahr für Jahr neue Autor*innen nach Gelsenkirchen bringt und neue Blicke auf unser Quartier eröffnet. In den nächsten Beiträgen stellen wir euch die weiteren Writer in Residence vor, die seitdem bei uns waren. Schaut also gerne wieder vorbei!
Hier könnt ihr Carolas Blog als Writer in Residence nachlesen

ExtraSchicht in Ückendorf: Premiere bei Hitze und Höchststimmung
Die ExtraSchicht war zum ersten Mal bei uns in Gelsenkirchen-Ückendorf zu Gast. Die Premiere war ein voller Erfolg und brachte viele bekannte und neue Gesichter in unser Quartier!

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