Writer in Residence 2022: Gabriel Wolkenfeld

Schreiben zwischen Gelsenkirchen und der Welt

2022 wurde zum zweiten Mal das Stipendium writer in residence vergeben. Seit fünf Jahren unterstützen wir die Stadt Gelsenkirchen (Referat Kultur) mit einer wunderschönen und mietfreien Wohnung beim Stipendium, das von der Gelsenwasser-Stiftung finanziert wird. Gabriel Wolkenfeld, Jahrgang 1985, Autor und Poet, hat den begehrten Platz erhalten und dabei nicht nur an seinem eigenen nächsten Buch gearbeitet, sondern die Menschen hier zum Thema gemacht. 

September 9, 2026

Foto: Gerd Kaemper

Gabriel Wolkenfeld vor Gelsenkirchen 

Von August bis Anfang November 2022 lebte und schrieb Wolkenfeld in Gelsenkirchen als Writer in Residence der Stadt Gelsenkirchen. Gabriel war schon damals kein unbeschriebenes Blatt: Studiert hat er Germanistik, Russistik und Literaturwissenschaft in Potsdam und Tallinn, und er hat in Estland, Russland und der Ukraine gelebt. All diese Erfahrungen prägen sein Schreiben bis heute.  

Seit 2013 veröffentlicht Gabriel Lyrik und Prosa in Anthologien und Literaturzeitschriften. 2015 erschien sein Debütroman „Wir Propagandisten“, 2021 folgten der Gedichtband „Sandoasen (Israelisches Album)“ und sein zweiter Roman „Babylonisches Repertoire“. 

Gabriel Wolkenfeld als Writer in Residence 

In Gelsenkirchen arbeitete Gabriel an seinem Lyrikprojekt, das Städte und Orte in Gedichten porträtiert: Nach Israel („Sandoasen“) war diesmal die Ukraine dran. Der Gedichtband „Nebelatlas“, der Ukraine gewidmet und noch 2022 erschienen, ist das Ergebnis dieser Arbeit. Dabei ist er mitten in einer Zeit entstanden, in der das Land in den Nachrichten war wie selten zuvor.  

Gleichzeitig hat er etwas ganz Eigenes angestoßen: literarische Porträts über Menschen aus Gelsenkirchen, 30 sollen es insgesamt werden. Dabei sind persönliche Texte entstanden, die zeigen, wie viel in einer Stadt steckt, wenn man wirklich hinhört. Dazu war er gut vernetzt in der lokalen Kulturszene: zwei moderierte Lesungen, ein Auftritt bei der SZENIALE und ein Abend beim Literaturfestival im Metropolengarten auf Dahlbusch sowie zwei Schreibwerkstätten. 

Darüber hinaus hat Gabriel Freundschaften in der Stadt geknüpft und sich vor Ort ein nachhaltiges Netzwerk aufgebaut. Bis heute kommt der Autor deswegen immer noch regelmäßig zu uns. 

Das kam nach Gelsenkirchen 

Seit seiner Zeit als Writer in Residence hat Gabriel  weitergemacht, was er gut kann: reisen, schauen, schreiben. 2024 erschien „Waldalb“ – der dritte Band seines Lyrikprojekts, diesmal mit Porträts von Orten in Deutschland. 2025 wurde er als Kurd-Laßwitz-Stipendiat der Residenzstadt Gotha ausgewählt, ein weiteres Stipendium, das ihm Raum zum Arbeiten gibt, diesmal in Thüringen. Und 2026 erschien mit „Amarek“ sein erstes Märchenbuch: zwölf Texte für erwachsene Kinder und kindliche Erwachsene, inspiriert von deutschsprachigen, slawischen und jüdischen Erzähltraditionen. 

Mit seinem Ausflug nach Gelsenkirchen konnte Gabriel seine Perspektive auch auf das Leben und die Menschen in unserer Stadt werfen und sie als Teil seiner regionalen Perspektiven aufnehmen. Wir haben die Zeit mit ihm sehr genossen und wünschen ihm nur das Beste! 

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