Evangelia im Atelierhaus

Skulpturale Papier-Kunst

Evangelia ist eine papercut Künstlerin die zusätzlich(auch) mit Stoff arbeitet und schafft damit Kunstwerke, die Räume verwandeln. Im Atelierhaus an der Bochumer Straße entstehen ihre Papercuts (Scherenschnitt), die irgendwo zwischen Malerei und Skulptur liegen. Wir haben mit der griechischen Künstlerin über ihre besondere Technik, ihre Wurzeln und das kreative Leben in Ückendorf gesprochen.

Februar 20, 2026

Künstlerin Evangelia in ihrem Atelier im Atelierhaus Gelsenkirchen. Sie lächelt in die Kamera, auf ihrem Tisch liegt ein dunkelblaues Papercut-Kunstwerk von ihr.

Hi Evangelia! Deine Technik ist wirklich besonders. Wie kamst du darauf, mit Papercut zu arbeiten?

Ich habe lange nicht gewusst, warum ich das mache. Angefangen habe ich damit erst 2018, vorher war ich Malerin. Aber irgendwann ist mir eine Erinnerung wieder eingefallen: Als ich jung war, habe ich in meiner Stadt in Griechenland eine Parade gesehen. Frauen trugen da Kleidung aus Papier, mit Haaren und allem Drum und Dran. Das hat mich damals total beeindruckt.

Der richtige Start war dann aber eher praktisch: Ich war mit meiner Uni in Polen für ein Projekt, zwei Wochen Zeit, und ich dachte mir, mit Malerei schaffe ich das zeitlich nicht. Also habe ich angefangen Papier zu schneiden. Das war so zeitaufwendig, ich habe stundenlang gearbeitet, aber das war mein erstes Werk in dieser Technik.

Du arbeitest ja viel mit dieser Technik. Probierst du auch andere Sachen aus?

Ich zeichne ab und zu und ich sticke. Sticken mache ich meistens, wenn ich nicht ins Atelier kommen kann – also, wenn ich lange im Urlaub bin. Und ich habe gerade erst vor ein paar Monaten gemerkt: Ich sticke auch, wenn ich in einem bestimmten psychologischen Zustand bin.

Aber die Papercuts, die ich hier mache, verstehe ich als Malerei, nur ein bisschen anders. Ich mag dieses skulpturale 3D-Ergebnis, was ich bekomme. Diese Mischung gefällt mir sehr gut.

Das merkt man auch, wenn man dein Atelier betritt, die Werke verändern wirklich den ganzen Raum.

Genau! Am liebsten mache ich große Installationen, weil ich will, dass man eine Erfahrung hat, eine Experience, wenn man den Raum betritt. Aber natürlich brauchen diese großen Installationen auch dementsprechend Raum. Das ist nicht immer einfach zu finden.

Gibt es denn ein zentrales Motiv oder Thema, das dich besonders beschäftigt?

Es ist ganz unterschiedlich. Es kommt darauf an, wo ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt bin, wie ich mich dort fühle, was ich aktuell suche. Dieses Jahr hat sich die Arbeit total geändert – sie ist sehr introvertiert und ruhig geworden. Ich bin total in mir. Letztes Jahr war meine Arbeit extrovertierter, mehr von der Natur inspiriert.

Du warst ja schon in vielen Ländern und hast dort gelebt und gearbeitet. Beeinflusst dich das in deiner Kunst?

Also erstmal suche ich auch meine Identität als Frau in der Welt, auch in der Kunstwelt, und auch als Griechin. Meine Wurzeln sind für mich sehr prägnant, sehr dominant. Aber es gefällt mir sehr gut, als Mensch woanders zu leben und andere Kulturen zu lernen.

In Deutschland fühle ich mich mittlerweile richtig wohl – nicht von Anfang an, aber die letzten Jahre merke ich: Ich fühle mich wie zu Hause hier. Und diese Mischung, dass Deutschland so international ist und man so verschiedene Leute kennenlernt macht immer was mit mir. Kunst ist ja nie eine reine Produktion, sondern auch immer ein Erleben. Künstler arbeiten immer, auch wenn wir Kaffee trinken.

Und wie gefällt es dir hier im Atelierhaus und an der Bochumer Straße?

Hier gefällt es mir sehr, sehr gut. Ich fühle mich sehr wohl. Ich mag diese cleanen, super sauberen Orte nicht. Ich mag dieses roughe. Und ich finde es besser hier als in Köln, wo ich früher ein Atelier hatte. Ich mag diese Revitalisierung der Straße – dass es viele Orte gibt, an denen man zusammenkommen kann.

Im Atelierhaus sind ja noch andere Künstler:innen. Wie ist das so mit der Gemeinschaft hier?

Ehrlich gesagt sehe ich meistens die Leute, die hier in der Etage sind. Wir sind sehr unterschiedlich, manche arbeiten zu anderen Zeiten. Ich komme immer nachmittags bis spät abends. Dann treffe ich mich meistens mit Alex oder Philipp.

Ich brauche beides: Ich wollte zum Beispiel nicht in einem gemeinsamen Atelier arbeiten. Deswegen gefällt mir sehr gut, dass ich die Tür schließen und arbeiten kann. Aber wenn ich möchte, kann ich auch rausgehen, Bier trinken, Kaffee trinken und die Leute treffen. Das ist super – eine schöne Mischung.

Perfekt. Dann lassen wir die Bilder für sich sprechen!

Wer Evangelias Arbeiten live erleben möchte, kann sie im Atelierhaus an der Bochumer Straße besuchen. Mehr von ihrer Kunst findet ihr auch auf ihrem Instagram-Kanal!

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